In Arbon entsteht an zentraler Lage im Quartier Stachen ein grösseres Schulzentrum für die Sekundarstufe. Es ist für 360 SchülerInnen ausgelegt und beinhaltet zusätzlich zum Schulraum eine Dreifachturnhalle.
Auszug aus dem Jurybericht:
"Ausgehend von der Idee eines geschützten, zentral gelegenen Pausenhofs entwickelt das Projekt für Schule und Sporthalle zwei eigenständige Baukörper. Diese sind in einer spannungsvollen Komposition angeordnet, wobei ihre Proportionen und der Ausdruck jeweils auf ihre spezifische Nutzung abgestimmt sind. Gemeinsam bilden sie einen polygonalen Pausenhof, der durch ein Wegenetz von beiden Seiten an das umliegende Quartier angebunden ist. Der schlanke, längliche Schulbaukörper ermöglicht eine optimale Belichtung der Innenräume und schützt zugleich das Wohnquartier vor zusätzlichem Lärm. Die Sporthalle, entlang der Kantonsstraße positioniert, schützt durch ihre Lage den Außenbereich der Schule. Die Dachflächen werden als Terrassen und für den Allwetterplatz genutzt und bieten somit zusätzliche Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien.
Die beiden Baukörper zeichnen sich durch eine grundlegend unterschiedliche Konstruktion und Gestaltung aus. Die Schule ist als leichter, modularer Holzbau konzipiert, der auf maximale Flexibilität für zukünftige Anforderungen ausgelegt ist. Die Fachwerkträger über dem Mehrzwecksaal sind elegant in die Raumstruktur integriert. Im Kontrast dazu steht die teilweise unterirdische Halle als Massivbau. Zur Straßenseite hin wird die Präsenz des niedrigeren Baukörpers durch eine geschickt gestaltete Zuschauertribüne verstärkt, die zugleich grosszügigen Lichteinfall in die Halle ermöglicht.
Durch die Setzung der Neubauten spannt sich über die Diagonale eine Freiraumfigur auf, die an ihren Enden die Schülerschaft geschickt in Empfang nimmt. Der Pausenplatz liegt geschützt zwischen den Bauten. Bepflanzte Bauminseln mit umlaufenden Sitzmöglichkeiten, Sitzpodeste aus Holz sowie ein Brunnen bespielen den Pausenhof. Eine zweiläufige Treppenbrücke sowie ein sanft ansteigender Fussweg führen hinauf zum Aussensportplatz mit Tribüne. Ein nach Norden hin ausgerichteter Dachgarten auf dem Schulgebäude erweitert das Freiraumangebot zusätzlich. (...)
Durch die klare Trennung der Nutzungsbereiche entstehen im Erdgeschoss von Schule und Sporthalle einladende, öffentlich zugängliche Zonen. Das offene Erdgeschoss der Sporthalle, ausgestattet mit Zuschauertribüne und Kiosk, schafft helle, freundliche Bereiche für Sportler und Besucher und ermöglicht eine flexible Nutzung, sodass Sportveranstaltungen unabhängig vom Schulbetrieb stattfinden können. Die Schule selbst bietet entlang ihrer Längsseiten flexibel unterteilbare Raumschichten mit jeweils einem Gruppenraum für je zwei Klassenzimmer. Die breite Mittelzone kann für offene Unterrichtsformen genutzt werden. Zusätzlich bieten grosszügige Dachterrassen den Lehrkräften und der Schulküche ansprechende Außenbereiche. Die kompakten Baukörper mit jeweils einfachen, nutzungsoptimierten Strukturen ermöglichen eine wirtschaftliche und nachhaltige Bauweise. Die räumliche Trennung der Gebäudefunktionen reduziert hierbei die Komplexität der einzelnen Gebäude. Der Holzbau ist im Sinne des „Design for Disassembly“ durch Steckverbindungen sowie die konsequente Systemtrennung rückbaubar und wiederverwendbar geplant. (...)"
Neubau Schulzentrum Lärche. Bauträgerschaft: SSG Sekundarschulgemeinde Arbon. Selektiver Projektwettbewerb 2024. 1. Rang durch Isler Gysel Architekten GmbH. Realisierung 2027-2029. Ab Vorprojekt ARGE Isler Gysel Architekten GmbH / Gutschoep Architektur AG